Dirk Hartmann Archives - ⚽️ TSV Cossebaude e. V.
„Es könnten auch null Punkte sein.“ – Dirk Hartmann im Interview

„Es könnten auch null Punkte sein.“ – Dirk Hartmann im Interview

Tsv-cossebaude.de hat sich unter der Woche mit Trainer Dirk Hartmann zum Interview getroffen. Unter anderem sprach er über die Vorbereitung, den Start seiner Mannschaft in die neue Saison und blickte auf das heutige Spiel gegen den Tabellenführer Dresdner SC.

Dirk, blicken wir zunächst in den Sommer zurück. Wenn man nur die Ergebnisse der Vorbereitung betrachtet, lief die es nicht ganz optimal. Teils deutlichen Niederlagen stehen nur ein Sieg und zwei Untentschieden entgegen. Wie beurteilst du die diesjährige Vorbereitung?

Insgesamt empfand ich die Vorbereitung, trotz der Ergebnisse, als sehr gut. Die Trainingsbeteiligung war besser als in den Jahren zuvor. Herunter gebrochen auf die Ergebnisse der Testspiele sieht es natürlich nicht danach aus und natürlich bereiten Niederlagen Bauchschmerzen, besonders wenn diese deutlich verloren gehen. Aber wir haben unser Testspielprogramm mit Bedacht auf höherklassige Gegner ausgelegt. Denn an diesen möchten wir uns orientieren, daran wachsen und auch schauen, was macht der Gegner besser und welche Schwachstellen offenbart er uns auf der eigenen Seite. Letztendlich ist Sinn und Zweck der Sache Erkenntnisse zu sammeln und mitzunehmen und das konnten wir.

Hattest du aufgrund der eingefahrenen Ergebnisse ein mulmiges Gefühl kurz vor dem Saisonstart?

Ja, denn es war klar dass die Mannschaft etwas Zeit benötigt um sich zu finden. Wir haben einige Spieler neu dazu bekommen. Dass in diesem Zusammenhang noch nicht alle Prozesse funktionieren ist normal. Umso glücklicher bin ich dass die Jungs sich mehr und mehr finden.

Das Startprogramm für deine Mannschaft war nicht unbedingt mit vermeintlich leichteren Gegnern gespickt. Ist so etwas förderlich für den Beginn der Saison oder hättest du die Schwergewichte der Liga lieber zu einem späteren Zeitpunkt im Spielplan gehabt.

Jetzt muss ich das Phrasenschwein bedienen, denn am liebsten hat man die schwersten Gegner am Anfang weg. Natürlich, diese ersten vier Gegner haben es richtig in sich. Man könnte nach den Spielen genauso gut auch mit null Punkten da stehen. Bisher haben wir aber eine gute Punktausbeute geholt und diese habe ich unserer Mannschaft auch mindestens zugetraut.

Dirk, kommen wir zum aktuellen Geschehen. Drei Spieltage sind absolviert, davon konnten zwei Spiele gewonnen werden und eins wurde verloren. Ganz allgemein, bist du mit der Punktausbeute des Saisonstarts zufrieden?

Nein, ich bin nicht ganz zufrieden. Meiner Meinung nach war auch beim Auftaktspiel in Weißig die Chance da, mindestens einen Punkt mit nach Cossebaude zu bringen.

Gehen wir ins Detail. Die Auftaktpartie habt ihr beim Aufsteiger, der SG Weißig, unterm Strich recht deutlich mit 0:3 verloren. Woran hat es gelegen?

Ich hatte das Gefühl, wer das erste Tor der Partie macht, gewinnt das Spiel und so ist es letztendlich auch gekommen. Weißig hat einen richtig guten Kader, hat sich im Sommer gut verstärkt und ich bin der festen Überzeugung dass diese Mannschaft die Liga so schnell wie möglich in Richtung Landesklasse verlassen möchte. Dazu gibt es die Kooperation mit dem FC Oberlausitz, deren Spieler in Weißig geparkt werden können. Die werden mit ihrem Tempofußball, ihrer Ballsicherheit in der Liga für noch ordentlich Aufregung sorgen. Im ersten Auswärtsspiel erzielen die sechs Tore, im nachfolgenden Heimspiel gegen Löbtau wieder drei. Das Unentschieden war aber auch ein kleiner Fingerzeig von Löbtau, die machen sich bisher wirklich gut. Ich denke, Weißig wird am Ende nicht aufzuhalten sein.

Im Spiel darauf konnte deine Mannschaft eine echte Reaktion zeigen. Mit einem deutlichen 5:1 Erfolg wurde der Vizemeister des Vorjahres, Zschachwitz, geschlagen. Das fühlt sich schon ein wenig nach einem Statement an, war es das auch?

Wir selber wollen oben mitwirken, das Ziel lautet Platz 3 am Ende der Saison. Dass Zschachwitz ein sehr guter Gegner ist haben sie in den letzten Jahren bewiesen. Sie besitzen eine Mischung aus erfahrenen Spielern gepaart mit sehr schnellen Akteuren die immer wieder für Torgefahr sorgen. Das haben wir auch beim Gegentor zu spüren bekommen. In der Höhe war der Sieg aber verdient und eine rundum gelungene Reaktion auf das Spiel der Vorwoche.

Am letzten Wochenende konntet ihr die drei Punkte aus Radeberg entführen? Auswärts in Radeberg gilt als grundsätzlich schwieriges Unterfagen. Auch wenn der Gegner bislang noch ohne Punkte da steht, war es ein Erfolg gegen den direkten Konkurrenten?

Ich konnte als Trainer bisher in Radeberg noch nie gewinnen, egal mit welcher Mannschaft ich zu Gast war. Der Gegner begann schwungvoll und ich richtete mich innerlich nach den ersten Minuten auf einen richtig heißen Tanz ein. Als wir aber dann zunehmends das Zepter übernahmen und auch verdient in Führung gingen, war ich mir sicher dass mehr geht. Unterm Strich hätte das Spiel auch 4:6 ausgehen können und ich glaube das bessere Team hat an diesem Tag gewonnen. Radeberg ist immer gefährlich, sie hatten zwar ein paar Abgänge vor der Saison zu verkraften. Im Gegenzug mit Gabor Zirkel aber auch einen tollen Spieler aus der U19 von Dynamo Dresden dazu bekommen, der bereits gegen uns schon Stück für Stück das Zepter in die Hand nahm.

Spieltag 4 steht vor der Tür und ihr empfangt niemand geringeren als den aktuellen Tabellenführer, Absteiger aus der Landesklasse und ersten Meisterschaftsanwärter Dresdner SC. Was erhoffst du dir von der Partie?

Auch beim Dresdner SC ist die Konstellation so, dass sie direkt aufsteigen wollen und sich schnellstmöglich wieder in der Landesklasse einfinden möchten. Sie haben sich gut verstärkt und mit Ihrem Trainer eine interessante Personalie getätigt. Er macht momentan alles richtig, die optimale Punktausbeute spricht für sich. Ich erwarte mir ein sehr kampfbetontes Spiel weil wir auf einen sehr robusten Gegner treffen werden. Aber wir werden uns was einfallen lassen um die drei Punkte bei uns zu behalten.

Was bereits schon ganz gut funktioniert, scheint die Offensive mit durchschnittlich drei Treffern pro Partie zu sein. Ist es die Art Fußball zu spielen, das Heil grundsätzlich in der Offensive zu suchen?

Grundsätzlich ja, denn wenn du vorn ein Tor mehr machst gewinnst du ganz einfach das Spiel. Wir schauen aber auch auf unsere Defensive. Derzeit war es so dass wir an allen Spieltagen mit einer unterschiedlichen Kette agiert haben, da fehlen noch gewisse Automatismen. Dennoch haben wir gerade im Offensivbereich eine richtig gute Qualität und ich hoffe und bin guter Dinge dass wir stets in der Lage sind ein Tor mehr als der Gegner zu machen.

Bislang habt ihr im Schnitt zwei Gegentore pro Spiel zugelassen, kann man gegen einen Gegner, wie es der DSC ist, auch mit solchem Balast die Punkte am Gohliser Weg behalten?

Die Devise ist grundsätzlich ein zu Null Spiel abzuliefern, denn generell hat man es natürlich sehr schwer nach Gegentoren, besonders gegen Spitzenteams, die Partie am Ende siegreich zu gestalten.

Gehen wir etwas ins Innere deiner Mannschaft. Im Sommer haben mit Fröhlich und Häntzschel zwei Spieler den Verein verlassen. Im Gegenzug kamen mit Wagner, Kaul, Küchenmeister, Herbrig und Arlt gleich fünf neue Akteure zur Mannschaft dazu. Wie schätzt du die Integration der Spieler in den letzten Wochen ein und welches Auswirkungen haben die Jungs auf die Mannschaft.

Unsere Neuzugänge sind allesamt ganz tolle Spieler. Maximilian Kaul benötigt noch etwas Zeit, kommt vorrangig zunächst in unserer zweiten Mannschaft zum Einsatz. Alle haben sich sehr gut in das Team eingefügt und integriert. Sie wurden ebenso gut von den Männern sehr gut aufgenommen. Ich sehe da noch viel Potenzial nach oben. Die Kaderstärke ist insgesamt natürlich für einen Trainer eine super Sache. Da kannst du richtig mit arbeiten im Training, ich erhoffe mir das dies so bleibt bzw. die Trainingsbeteiligung noch besser wird.

Der Kader ist etwas größer im Vergleich zum Vorjahr geworden. Wie gehst du damit um wenn sich zu einem Spieltag die volle Kapelle anmeldet?

Das Problem hatten wir erst am letzten Spieltag, es konnten einfach nicht alle dabei sein. Wir hätten mit jedem Spieler arbeiten können, haben aber die Gelegenheit eingeräumt die Zeit ebenso mit der Familie zu nutzen, was dann auch der ein oder andere Spieler wahrgenommen hat. Sollte der Zeitpunkt kommen wo wirklich der gesamte Kader zu einem Spieltag zur Verfügung steht, dann habe ich wirklich ein Luxusproblem. Darüber hinaus haben wir in der zweiten Mannschaft eine deutlich geringere Personaldecke, da versuchen wir natürlich bestmöglich auszuhelfen und Win-Win-Situationen zu generieren. Sprich, der Spieler bekommt mehr Spielzeit und unserer zweiten Mannschaft wird auch geholfen.

Du bist bekannt dafür junge Spieler recht schnell im Blick zu haben und in deine Mannschaft mit einzubinden. Wen aus der jetzigen U19 hast du da bereits auf dem Schirm?

Im Moment sind im absoluten Blickfeld Konrad Möbius und Oliver Jendro, für uns zwei hoch interessante Spieler, welche vielleicht auch schon in dieser Saison ihre ersten Pflichtspielminuten im Herrenbereich sammeln können. Konrad zum Beispiel ist bei uns schon voll im Trainingsalltag integriert. Das ist wichtig für ihn und man sieht es auch, zum Beispiel bei seinem Auftreten in den Spielen der U19. Es gibt auch noch andere Spieler in der U19 die bereits ihre ersten Minuten bei der zweiten Mannschaft sammeln, auch da schauen wir genauer hin. Wir sehen auch bereits schon den jungen Jahrgang, auch da sind richtig tolle Jungs dabei, aber die haben noch Zeit. Ich bin mir sicher dass wir uns auf die nächsten Jahre freuen können. Wenn die jungen Spieler hochdrängen und nachschieben ist das enorm wichtig für die Mannschaft. Wir haben im eigenen Kader auch Spieler die irgendwann sagen werden, jetzt ist es an der Zeit, ich hör auf. Wenn an diesem Punkt die Jungs aus dem Nachwuchs gut integriert sind, verkraftest du die Abgänge natürlich deutlich besser.

Dirk, herzlichen Dank für die Einblicke, wir wünschen viel Erfolg für das Heimspiel gegen den Dresdner SC.

„Die Entwicklung der Mannschaft schätze ich durchweg positiv ein“ – Trainer Dirk Hartmann im Interview

„Die Entwicklung der Mannschaft schätze ich durchweg positiv ein“ – Trainer Dirk Hartmann im Interview

Wir haben uns während des Spitzenspiels der U19 in der Stadtoberliga Dresden mit dem Trainer der ersten Männer, Dirk Hartmann, getroffen. Dabei entwickelte sich am Rande der Niederlage gegen Laubegast ein sehr interessantes Gespräch. Wie er unter anderem die Entwicklung seiner Mannschaft einschätzt und einem Aufstieg in die Landesklasse Ost gegenüber steht erfahrt in unserem Interview.

tsv-cossebaude.de: 31 Punkte aus 18 Partien, daraus resultiert derzeit der vierte Rang in der Tabelle. Welches Zwischenfazit kannst du, neben den Statistiken, bisher ziehen?

Dirk Hartmann: Wir sind mit der derzeitigen Ausbeute absolut im Fahrwasser, auch im Hinblick auf unsere gesteckten Ziele. Dennoch muss man festhalten dass wir zu viele Punkte liegen lassen haben und durchaus auch schon bei 36 Punkten stehen könnten. Ein aktuelles Beispiel ist zum Beispiel die Partie beim SV Loschwitz, aus der wir nur einen Punkt mitnehmen konnten und unsere Überlegenheit auf dem Platz nicht in die notwendigen Tore umgewandelt haben. Natürlich schmerzt auch die Niederlagenserie kurz vor der Winterpause. Vier Spiele in Folge standen wir mit leeren Händen da, so etwas darf uns nicht passieren und ich bin dahingehend auch guter Dinge dass wir nicht mehr in eine solche Situation geraten.

tsv-cossebaude.de: Du bist nun in deiner dritten Saison als Trainer des TSV Cossebaude, es fehlt noch ein Sieg und die Mannschaft hätte die gleiche Punktausbeute erarbeitet wie in deiner Debütsaison, welche zugleich auch die bisher beste unter deiner Regie war. Bei noch acht zu spielenden Partien, wo möchtest du das Team am Ende der Saison sehen?

Dirk Hartmann: Wir haben Platz 3 fest im Blick, das ist unser gestecktes Saisonziel. Rotation dominiert die Liga in diesem Jahr und wird diese am Ende auch gewinnen, da bin ich mir sicher. Umso enger geht es dahinter zu, wir werden noch viele Punkte holen müssen um am Ende da zu stehen wo wir hin wollen. Wenn wir 46,48 Punkte einfahren wäre das eine tolle Geschichte.

tsv-cossebaude.de: Du hast es eben angesprochen, Rotation zieht inzwischen den Verfolgern, unter anderem auch Cossebaude, langsam davon. War ein Aufstieg in die Landesklasse Ost vor der Saison ein Thema?

Dirk Hartmann: Ganz klares Nein. Eine Liga höher wird es automatisch kostenintensiver für den Verein. Viele Spieler in unserem Kader haben Familie und wollen die Zeit neben der Arbeit auch eben mit jener verbringen. Da sind lange Auswärtsfahrten in die Lausitz natürlich nicht die Dinge, die es einfacher machen. Dazu muss man auch beachten, was rückt nach? Ist der Unterbau einer solchen sportlichen Aufgabe gewachsen? Da muss vieles passen um in der Landesklasse eine dauerhafte Rolle spielen zu können. Man sieht es auch in dieser Saison an den Teams die um den Klassenerhalt kämpfen. Da sind Vereine dabei, die haben andere Möglichkeiten und trotzdem große Probleme. Die Stadtoberliga hat hier in Dresden auch eine andere Attraktivität wie die Landesklasse. Zum Beispiel haben mir Trainerkollegen von Zuschauerverlusten berichtet welche mit dem Aufstieg in die siebte Liga einher gingen. Mit diesem Hintergrund haben wir für dieses Jahr ganz klar gesagt, ein Aufstieg ist für uns nicht relevant.

tsv-cossebaude.de: Ist die Teilung des Spielplans mit einer erneut langen Pause nach den ersten Spielen im neuen Jahr, auch bedingt durch die Osterfeiertage, Fluch oder Segen für die Mannschaft und wie gehst du damit um?

Dirk Hartmann: Es ist vom Zeitplan wie eine zweite Vorbereitung und von der Trainingssteuerung her auch nicht ganz einfach. Durch den witterungsbedingten Ausfall des Spiels gegen Zschachwitz sind wir nun 5 Wochen ohne Pflichtspiel, das ist mitten in der Saison eine lange Zeit. Wir haben versucht entgegen zu wirken in dem wir zwei Testspiele gegen Weixdorf und den Dresdner SSV eingeschoben haben, einen wöchentlichen Spielrhythmus kann aber auch das nicht ersetzen. Hätte ich es mir wünschen können, dann natürlich anders.

tsv-cossebaude.de: In deinen ersten beiden Jahren musste das Team 46 bzw. 42 Gegentore hinnehmen. Nach zwei gespielten Dritteln der diesjährigen Saison stellt der TSV mit 24 Gegentoren die zweitbeste Defensive hinter dem Tabellenführer TSV Rotation. Noch dazu führt man die Fairnesstabelle an. Woher kommt die bisherige Stabilität?

Dirk Hartmann: Die defensive Stabilität geht einher mit der Art und Weise wie die gesamte Mannschaft auf dem Platz auftritt. Wir haben im Trainerteam eine klare Spielidee und die Spieler setzten diese bisher auch gut um. Es ist doch ganz einfach, wenn ich im Ballbesitz bin muss ich nichts verteidigen, außer eben meinen Ballbesitz. Daraus resultieren dann weniger Gegentore und auch weniger Fouls die zu Karten führen könnten. Der erste Ansatz ist immer die spielerische Lösung. Das wir Tabellenführer im Bereich Fairplay sind war mir gar nicht so bewusst und darüber freue ich mich umso mehr. Aber die Mannschaft wusste auch schon in den letzten Jahren mit Fairplay zu überzeugen, da lagen wir immer im oberen Drittel der Liga. An Platzverweise wegen grober Fouls oder Unsportlichkeiten kann ich mich nicht erinnern. Dann schon eher an die gelb-rote Karte in der letzten Saison beim Derby gegen die Post. Damals involvierte David Schwarz die Eckfahne etwas zu rabiat in seinen Torjubel und bekam so vom Schiedsrichter die Ampelkarte. Es war eine harte Entscheidung damals, wenn auch regelkonform.

tsv-cossebaude.de: Eine Redewendung besagt „Stillstand ist Rückschritt“. Wie würdest du die Weiterentwicklung der Mannschaft und die des Umfeldes im Verein seit deinem Amtseintritt beurteilen und auf welche Bereiche sollte zukünftig der Fokus gerichtet sein?

Dirk Hartmann: Die Entwicklung der Mannschaft schätze ich durchweg positiv ein. Wir finden immer mehr spielerische Lösungen und die taktischen Konzepte werden auch immer besser umgesetzt. Ein solcher Fortschritt benötigt Zeit sowie viel Fleiß und Einsatz. Das ist im unteren Amateurbereich nicht immer einfach, umso erfreulicher sind die Schritte die wir nach vorn machen konnten. Auch im Umfeld hat sich viel getan. Unter anderem haben wir ein Nachwuchskonzept auf die Beine gestellt was mehr und mehr greift. Davon erhoffen wir uns in der Zukunft eine noch höhere Durchlässigkeit in den Männerbereich. Ich habe den Blick in alle Mannschaften bis zur D-Jugend und auch da haben wir schon zwei bis drei Spieler mit richtig guten Anlagen für mehr zu bestaunen. Ich versuche so oft es geht bei den Spielen der U15 bis zur U19 dabei zu sein, es ist sehr interessant wo die Entwicklung der einzelnen Spieler hingeht. Darüber hinaus führe ich viele Gespräche mit den Trainern und habe an dieser Stelle mit André Schrell einen hervorragenden Kollegen an meiner Seite. In seiner Funktion ist er das perfekte Bindeglied zwischen Herren und Juniorenbereich. Ab der U19 binden wir einzelne Spieler in den Trainingsbetrieb der Herren sowie ins Torwarttraining mit ein um den Spielern den Sprung aus dem Nachwuchs heraus so einfach wie möglich zu gestalten. Beste Beispiele dafür sind zum Beispiel René Fröhlich und Robin Böhme. Beide sind noch in der U19 spielberechtigt, stellen in der ersten Mannschaft aber schon vollwertige Teammitglieder dar. Diesen Weg wollen wir weiter gehen, davon zeugt auch die Altersstruktur unseres Kaders.

tsv-cossebaude.de: Kommen wir zu dir persönlich. Du bist auch beruflich ausschließlich im Fussball unterwegs, Trainer bei der Heidler Soccer Academy, Trainer im DFB Stützpunkt. Welche Erfahrungen und Elemente aus dem Kinder- und Jugendbereich nimmst du mit in die Leitung einer Männermannschaft? Oder muss man die beiden Altersgruppen kategorisch abgrenzen?

Dirk Hartmann: Eine kategorische Abgrenzung ist nicht von Nöten. Es gibt Elemente die kann man im Junioren- sowie im Herrenbereich anwenden. Man muss lediglich den Schwierigkeitsgrad der Altersgruppe anpassen um die nötigen Effekte erzielen zu können. Im Großen und Ganzen orientiere ich mich da am aktiven U20 Bereich.

tsv-cossebaude.de: Wenn du mal nicht auf dem Platz stehst, wie gestaltest du die freie Zeit ohne Fussball oder geht es auch ohne abschalten abseits des Tagesgeschäfts?

Dirk Hartmann: Soeben sind wir ja auch auf dem Sportplatz, man sieht also, ich bin sehr selten mal nicht auf einem Sportplatz anzutreffen. Durch meine Tätigkeiten schaue ich mir sehr viele Spiele im Nachwuchs und im Herrenbereich an. Diese Beobachtungen nehmen natürlich viel Zeit in Anspruch. Freie Zeit nutze ich sehr gerne mit meinem Sohn, diese ist auch sehr wichtig und gibt mir sehr viel Kraft für die anstehenden Aufgaben.

tsv-cossebaude.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Trainingslager in Teplice – Reisebericht

Trainingslager in Teplice – Reisebericht

Der TSV Cossebaude absolvierte am vergangenen Wochenende das diesjährige Trainingslager in Teplice. Bereits Freitag vormittags traf der Großteil der Mannschaft inklusive Betreuerstab im Hotel Panorama Teplice ein. Bis zum ersten Training war noch etwas Zeit und so bereitete man sich auf die anstehenden Aufgaben vor. Die Gegebenheiten vor Ort waren den Spielern noch aus dem vergangenen Jahr bekannt, auch damals nächtigte die Hartmann-Elf im Osten Teplices unterhalb des Daubersberg mit der sich darauf befindlichen Hrad Doubravka.

Erstes Training auf dem Kunstrasen in Srbice

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es dann auch schon zur ersten zweistündigen Einheit auf den nur drei Kilometer entfernten Kunstrasen in Srbice. Die beiden Co-Trainer Dirk Hofmann und Marco Matthes trennten das Team in Offensive und Defensive und trainierten gruppenspezifische Abläufe in den einzelnen Mannschaftsteilen. Den Abschluss stellte eine Spielform der Defensive gegen die Offensive dar. Die Teams konnten so die erlernten Inhalte unter unmittelbaren Gegnerdruck verinnerlichen. Pünktlich nach Trainingsende verlies die Mannschaft das Gelände und fuhr zurück zum Hotel wo der Schwerpunkt der weiteren Tagesplanung lag.

Schnelligkeitstraining und anschließende Videoanalyse am Abend

Nach der Rückkehr des Teams trafen die bis dahin noch in Dresden verbliebenen Spieler und Chef-Trainer Dirk Hartmann im Hotel ein. So konnte Dirk Hofmann das komplette Team am frühen Abend zu einer kurzen aber intensiven Trainingseinheit mit dem Schwerpunkt Schnelligkeit vor dem Hotel begrüßen. Während der 45 Minuten wurde der Fokus auf die Erhöhung der Maximalschnelligkeit gelegt und die Spieler zeigten hohen Einsatz um den Ansprüchen der Trainer gerecht zu werden. Inzwischen war die Dunkelheit über Teplice hereingebrochen und somit war mit dem Ende der Einheit der sportlich aktive Teil für den ersten Tag im Trainingslager abgeschlossen.

Der letzte Punkt auf der Tagesordnung war die Videoanalyse im Konferenzraum des Hotels. Mittels hervorragenden technischen Bedingungen konnte Marco Matthes aus drei Partien der Hinrunde und Pokal aufzeigen wo Reserven im eigenem Spiel liegen. Zugleich wurde aufgezeigt wie das Team zielorientierter agieren kann um den eigenen Matchplan besser umzusetzen. Über eine reichliche Stunde folgte das Team gespannt dem Vortrag und ging mit frischen Erkenntnissen kurz darauf zum Abendessen. Im Anschluss nutzten viele Spieler den hauseigenen Wellnessbereich zur Regeneration. Andere gingen nochmal in den Fitnessbereich um zum Ausgleich weniger beanspruchte Muskulatur zu stärken.

Mannschaftstaktik und Turnierform im Training am Samstag

Zeitiges Aufstehen war am Samstag, den zweiten Tag im Trainingslager, gefordert, denn schon um 7:30 Uhr war das gemeinsame Frühstück angesetzt um gestärkt in den anspruchsvollen Tagesplan zu gehen. Kurz vor 9 Uhr fuhr der TSV-Tross am Hotel ab um die erste Einheit in Srbice anzugehen. Chef-Trainer Dirk Hartmann trainierte mit dem Team gezielt im Bereich der Mannschaftstaktik. Vor allem um im Gesamtverbund die gewünschten Effekte zu erreichen. Gut anderthalb Stunden dauerte das Training und die Mannschaft fuhr zurück zum Hotel um ein wenig pausieren zu können und anschließend gemeinsam Mittag zu essen.

Die zweite Trainingseinheit, beginnend ab halb zwei nachmittags, beinhaltete eine reine Turnierform. Vier Teams spielten auf verkürzten Feldern im Modus Jeder gegen Jeden den Sieger aus. Mit Schlusspfiff freute sich das Team Görig, K. Möbius, Petschel, Seidel und Schwarz über den Turniersieg mit drei Siegen und damit voller Punktausbeute.

Testspiel gegen Sechstligisten TJ Probostov

Nach der Rückkehr ins Hotel hatte die Mannschaft nicht viel Zeit, denn kurz vor halb vier stand die Teambesprechung zum anstehenden Testspiel auf dem Plan. Nach Ausgabe des Matchplans machte sich der TSV Cossebaude auf den Weg ins nahe Usti nad Labem. Dort angekommen gab es zunächst eine Überraschung. Denn der Testspielgegner sollte nicht wie angenommen der Sechstligist TJ Oldrichov, sondern der TJ Probostov sein. Das stellte allerdings kein Hindernis dar zumal die beiden Vereine in der gleichen Liga spielen und auf ein bisschen Improvisation sollte man in Osteuropa immer eingestellt sein. Anpfiff war 17 Uhr und gespielt wurde auf dem Kunstrasen im Schatten des Městský Stadion, in welchem der tschechische Zweitligist FK Usti nad Labem seine Pflichtspiele bestreitet. Der Kunstrasen wird übrigens in den Wintermonaten auch vom Erstligisten FK Teplice für das eigene Training genutzt, ein dementsprechend hochwertiges Geläuf war es auch.

Das Spiel verlor die Hartmann-Elf am Ende mit 2:5 (Statistik & Bilder), wobei der TSV in Führung ging (P. Möbius; 6.) und nach 1:3 Rückstand noch zum Anschluss treffen konnte (Richter; 33.). In den letzten Minuten der Partie fehlte etwas die Kraft um die nötige Konzentration aufrecht halten zu können und Probostov schraubte das Ergebnis auf 2:5 hoch. Es war ein anspruchsvoller Test gegen einen körperlich sehr robusten und mit gutem Passspiel ausgestatteten Gegner. Trainer Dirk Hartmann war trotz des Ergebnisses zufrieden mit der gezeigten Vor- und Einstellung der Mannschaft, auch wenn eine knappe Niederlage sicherlich etwas besser ausgesehen hätte. Die Spieler hatten nun insgesamt vier Trainingseinheiten und ein Testpiel absolviert und so machte man sich auf den Rückweg ins Hotel um ein letztes Mal zu regenerieren. Den Abend lies das Team gemeinsam im Clubraum des Hotels ausklingen bevor alle in den Schlaf fielen.

Check-Out und Testspiel gegen den Heidenauer SV

Wie schon am Samstag traf sich das Team auch am Sonntag um halb acht zum gemeinsamen Frühstück, bevor sich kurz darauf alle vor dem Hotel zur Abfahrt trafen. Mit dem Ziel Heidenauer SV und dem damit verbundenen zweiten Testspiel des Wochenendes lies die Hartmann-Elf das Hotel Panorama hinter sich und begab sich auf die Reise zurück nach Deutschland.

Beim Gastgeber angekommen, machten sich während der Erwärmung auch die letzten Muskeln bei jedem bemerkbar und es war allen klar, dass ein vollwertiger Leistungsabruf einzig und allein eine Frage des Willens werden wird. In der Anfangsphase erspielte sich Cossebaude sehr gute Gelegenheiten zur Führung die allesamt nicht belohnt wurden. Das Spiel pendelte sich anschließend im Mittelfeld ein und in der 36. Minute erzielte Klose nach einer missglückten Abseitsfalle und gutem Angriff über die linke Seite die Führung für die Hausherren. In der zweiten Halbzeit machte sich der Kräfteverschleiß deutlicher bemerkbar, die Konzentration sank und die Gastgeber hatten die besseren Möglichkeiten. Den 2:0 (Statistik & Bilder) Endstand stellte Künzl in der 87. Minute mit einer feinen Einzelleistung her.

Rückrundenstart rückt näher

Auch wenn dem TSV Cossebaude ein Sieg in den beiden Spielen verwehrt blieb, war es unterm Strich ein gelungenes und vor allem anspruchsvolles Trainingslager. Auf diesen Grundlagen wird in den kommenden Wochen aufgebaut. Das Team ist dem Rückrundenstart wieder ein wenig näher gekommen und wird nun die letzten beiden Trainingsschwerpunkte der Vorbereitung absolvieren. Dann geht es in gut 2 Wochen endlich wieder in der Sparkassenoberliga los. Den letzten Test und die damit verbundene Generalprobe absolvieren die Hartmann-Schützlinge am kommenden Wochenende sonntags gegen den SV Traktor Kalkreuth.